//Kann man sich nach einer Schönheits-Operation krankschreiben lassen?

Kann man sich nach einer Schönheits-Operation krankschreiben lassen?

Wer eine Grippe hat, der geht zum Arzt und lässt sich ein Attest ausstellen. Auch bei operativen Eingriffen, die medizinisch notwendig sind, ist die Krankschreibung eine reine Formsache. Doch wie sieht es eigentlich bei einer Schönheitsoperation aus? Kann man sich beim Arbeitgeber auch nach diesem Eingriff krankmelden und erhält ein Attest? 

 

 

Eine Krankschreibung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Selbst wenn der Eingriff nur ästhetischer Natur ist, kann für die anschließende Genesungszeit eine Krankschreibung erfolgen. Dafür muss jedoch nachgewiesen werden, dass der Eingriff medizinisch notwendig war. So lassen zum Beispiel Schlupflider die Menschen energielos und müde wirken, obwohl sie eigentlich fit und gesund sind. Dabei ist es aber nicht nur das ästhetische Problem, welches den Betroffenen zu schaffen macht. Auch die Sicht kann durch Schlupflider stark eingeschränkt sein. Im Alltag kann das durchaus zu Problemen führen, wenn zum Beispiel beim Autofahren der perfekte Rundumblick beeinträchtigt wird. In diesem Fall ist die vermeintlich ästhetische Korrektur auch medizinisch notwendig.

 

Ähnlich verhält es sich bei der Nasenoperation. Auch diese erfolgt in vielen Fällen aus medizinischen Gründen. So kann zum Beispiel die Atmung erleichtert werden. Eine medizinische Notwendigkeit kann sogar bei der Brust-OP gegeben sein. Oftmals wird der Bewegungsapparat durch hängende oder zu große Brüste belastet und die Folge sind starke Schmerzen. Ein plastisch-ästhetischer Eingriff kann auch aufgrund psychischer Probleme medizinisch begründet werden. So können sehr auffällige Körpermerkmale zur psychischen Belastung werden. 

 

 

Aber Vorsicht: Kleine Tricks können auch für Ärger sorgen

Wenn eine medizinische Begründung bei der plastischen Operation nicht gegeben ist, dann kann auch keine Krankschreibung erfolgen. Der Patient muss deshalb seinen Urlaub für die Erholungszeit nach dem Eingriff opfern
Zwar wird dem Arbeitgeber der Grund für die Krankschreibung nicht mitgeteilt, doch wenn dieser herausfindet, dass diese nicht gerechtfertigt ist, dann muss der Arbeitnehmer mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Gerade bei Eingriffen, die eine deutliche optische Veränderung nach sich ziehen und sich nicht verbergen lassen, ist es wichtig, diese Eingriffe im Vorfeld mit dem Arbeitgeber zu besprechen. Manche Arbeitgeber zeigen sich kulant, während andere auf die Inanspruchnahme von Urlaub bestehen.

 

 

Fazit

Bei Schönheitsoperationen handelt es sich in den meisten Fällen um private Angelegenheiten. Deshalb muss der Arbeitnehmer für die Eingriffe genügend Urlaub einplanen, anstatt auf eine Krankschreibung zu vertrauen. Sollte für den Eingriff allerdings ein medizinischer Grund vorliegen, kann eine Krankschreibung erfolgen. Somit wird bei der vermeintlichen Schönheits-OP, wie bei jeder anderen Erkrankung auch vorgegangen.

 

2018-03-19T13:37:06+00:00 19.03.2018|Allgemein|

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